Kreuze, Marterl und Bildstöcke in Nesselwang

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Das Projekt

Gut gepflegt und schön erhalten

 

Die Nesselwanger Bürgerwerkstatt Kultur hat seit 2011 in einem arbeitsaufwändigen Projekt die 115 Flurdenkmäler im Gemeindegebiet Nesselwang erfasst und veröffentlicht. Laut Bürgerwerkstattsprecher Roland Miller sollte das Ganze u.a. ein Anstoß dazu sein, „diese prägenden Teile des kulturellen Erbes der Heimat zu erhalten und für künftige Generationen zu bewahren“. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Bürgerwerkstatt hatten dafür bei allen Kleindenkmälern unter anderem Standort (inklusive der GPS-Koordinaten), Materialien, Aussehen und Größe erfasst. Soweit es möglich war, flossen auch Baujahr, Entstehungsgeschichte und Inschriften in die Dateien ein. Die fotografische Dokumentation kam hinzu.

 

„Durch die öffentliche Präsenz des Themas hat die Aktion die gewünschten Folgewirkungen hinsichtlich Rettung, Pflege und Erhalt erfahren“ resümiert Roland Miller. Zum Zeitpunkt der Erfassung waren etwa 25 Objekte stark renovierungsbedürftig, z.T. vom Verfall bedroht. Über 80 Prozent davon und auch andere Kreuze wurden seit Beginn der Aktion von ihren privaten Eigentümern liebevoll restauriert. Ein paar Objekte wurden von Paten übernommen und am bisherigen oder einem anderen Standort in neuem Glanz errichtet. Einige Kreuze sind noch in Arbeit. Leider konnten sich aber manche Eigentümer noch nicht entschließen, sich Ihres kleinen Denkmals anzunehmen.

 

Die Bürgerwerkstatt selbst hat zwei beispielhafte Restaurierungen realisiert. Zum einen war es die umfassende Sanierung und originalgetreue Wiederherstellung des Bildstocks des hlg. Wendelinus an der Maria Trost Allee. Neben zahlreichen Spenderinnen und Spendern aus der örtlichen Gemeinschaft und dem Markt Nesselwang hat sich die Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung maßgeblich an der Finanzierung dieses Projekts beteiligt. Zum anderen wurde das Sühnekreuz an der Römerstraße durch einen Steinmetz auf Kosten des Marktes fachmännisch hergerichtet. Mit Hilfe des Bauhofes und dank des Entgegenkommens der Grundstückseigentümerin konnte es von der Bürgerwerkstatt neu aufgestellt werden. „Insgesamt eine gelungene Gemeinschaftsleistung“ freut sich Bürgerwerkstattsprecher Roland Miller.

 

In einer kleinen Serie im Informationsblatt >Nesselwanger Leben< werden in loser Folge beispielhafte Sanierungen vorgestellt. Einige Heimatvereine bzw. Gemeinden nahmen diese Nesselwanger Dokumentation zum Vorbild. Das Bayer. Fernsehen berichtete ausführlich über die beispielhafte Nesselwanger Aktion sowie das positive Echo beim Erhalt und der laufenden Pflege durch engagierte Eigentümer.

 

Diese Internetpräsentation auf der Homepage des Marktes Nesselwang hat die Bürgerwerkstatt zuletzt zum Stand September 2017 aktualisiert. „Abgeschlossen ist das Projekt damit aber nicht. Kreuze, Marterl, Bildstöcke und besondere Grenzsteine sind bedeutende Zeugen des Lebens und Wirtschaftens, aber auch der Religiosität in unserer Kulturlandschaft. So erinnern sie an Personen oder schicksalhafte Begebenheiten, grenzen Eigentum und Zuständigkeiten ab oder bezeugen einen tiefen Glauben“ blickt Roland Miller für die Bürgerwerkstatt in die Zukunft. „Es besteht weiterhin Handlungsbedarf. Der laufende Erhalt und noch nicht restaurierte Flurdenkmäler erfordern auch künftig den wohlwollenden Einsatz der Eigentümer und der örtlichen Gemeinschaft.“ schließt Miller.

 

Text und Fotos: Bürgerwerkstatt Kultur Nesselwang

 

 

 

 
Vorbildlich renoviert 2011

 

 
Renovierungsbedürftig

 

 

Detaillierte Informationen zum Projekt im "Nesselwanger Leben" vom Oktober 2011:
Seite 1
Seite 2

 

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