Flurnamen im Gemeindegebiet

zur Startseite / Logo Nesselwang


Flurnamen im Gemeindegebiet

 

Flurnamen im Nesselwanger Gemeindegebiet

Ein Beitrag zur Weitergabe unseres kulturellen Erbes

 

 

Im Vermessungswesen bezeichnet der Flurname im engeren Sinne Gruppen von land- oder forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken in den Gemarkungen der Gemeinden, die in ihrer Flurform eine Einheit bilden. Da der Markt Nesselwang und Schneidbach mit den zugehörigen Ortsteilen bis zur Zusammenlegung 1835 eigenständige Gemeinden waren, gibt es katastertechnisch bis heute diese zwei Gemarkungen.

 

Flurnamen dienten ursprünglich der Besitzbezeichnung, Differenzierung und Orientierung der einheimischen Bevölkerung des jeweiligen Ortes oder deren nächste Nachbarn. Sie wurden vorwiegend mündlich - also in der Mundart – gebraucht und konnten als Teil der lebenden Sprache vergessen, geändert oder neu gebildet werden. Da diese Namen unter den überlieferten historischen und sprachlichen Quellen am unmittelbarsten vom Volk stammen, sind sie einzigartige Zeugen für dessen Erfahrungswelt und Geisteshaltung.

 

Flurnamen scheinen im heutigen Sprachgebrauch immer noch auf und dienen nach wie vor der Orientierung in der Gemeindeflur. Im Brand, Im Gern; Auf der Zillhalde oder Obere Wank sind geläufig. Bei Egga, Bürstling oder Tröglerplatz wird es schon diffiziler.

 

Der renommierte Historiker Dr. Reinhard Bauer hat in dem Beitrag >Frühe Siedlungsgeschichte und Ortsnamen< im Heimatbuch >Nesselwang - Ein historischer Markt im Allgäu< ab Seite 38 ff Grundsätzliches und Ortsspezifisches zu den Flurnamen ausgeführt. Diese aufschlussreiche Abhandlung ist über einen unten stehenden Link einsehbar. Die geographische Lage der Flurnamen im Gemeindegebiet selbst konnte in diesem Buch bis auf zwei kleine Auszüge aus Flurkarten nicht dokumentiert werden.

 

Aufgrund der Bedeutung der Flurnamen für die Ortsgeschichte und um deren schleichenden Untergang im Bewusstsein der Bevölkerung etwas entgegen zu wirken, nahm sich die Bürgerwerkstatt Kultur deren örtlicher Dokumentation an.

Ziel dieses Projektes war es, die Flurnamen in den zwei Nesselwanger Gemarkungen Schneidbach und Nesselwang möglichst umfassend zu erheben, zu sichern und damit dauerhaft nutzbar zu machen. Josef Köberle und Albert Haug erfassten im Rahmen ihrer arbeitsintensiven Aufzeichnungen 325 Flurnamen und deren Örtlichkeit (per GPS-Koordinaten). Auch das Auswerten historischer Karten, Recherchen bei älteren Mitbürger/innen und Nachforschungen im Archiv der Bayer. Vermessungsämter führten zu einem fachlich fundierten Ergebnis. Besonderer Dank gilt dem Leiter des Vermessungsamtes Marktoberdorf Günther Benker für dessen freundliche Unterstützung.

 

Es kann sein, dass Einheimische die eine oder andere Grundstücksbezeichnung hier vermissen. Diese Arbeit der Bürgerwerkstatt nennt möglichst umfassend die belegbaren Flurnamen im gesamten Gemeindegebiet. In jüngerer Zeit wurden einzelnen Örtlichkeiten Namen, wie z.B. „Andreas-Ruh“ zugesprochen. Deren Aufnahme in diese Dokumentation würde jedoch deren Rahmen sprengen.

 

Die anspruchsvolle internettechnische Umsetzung konnte ebenfalls aus den eigenen Reihen der Bürgerwerkstatt Kultur ehrenamtlich bewerkstelligt werden.

Aufgrund der vielen Flurbezeichnungen im Gemeindegebiet kann diese Sammlung den Anspruch auf Vollständigkeit nicht erfüllen.

 


Link
z
um Beitrag „Frühe Siedlungsgeschichte und Ortsnamen“ aus dem Heimatbuch Nesselwang
- Ein historischer Markt im Allgäu

 

Link
z
ur Dokumentation, auf Google Maps hinterlegt

Hinweise dazu:

1. Das grüne Tannen-Symbol zeigt die Örtlichkeit des daneben stehenden Flurnamens an.

2. Wenn Sie auf das zum Flurnamen gehörende grüne Tannen-Symbol klicken geht ein Info-Fenster auf.

 

- „Früher“ bedeutet: So ist dieses Flurstück in historischen Karten (Ende 18, Jhd. bis Mitte 19 Jhd.) bezeichnet.

-

 


Eine Dokumentation der Bürgerwerkstatt Kultur Nesselwang 2018

 

 

Nach Oben